Landraub und Welthunger

Veröffentlicht am 16.05.2017 in Pressemitteilungen

Bärbel Dieckmann bei der Diskussionsveranstaltung "Landraub - Ursache für Welthunger?" im Casino im Capitol

Fast 800 Millionen Menschen in rund 50 Ländern der Welt hungern. Auch wenn der Welthunger in den letzten 17 Jahren um fast 30 Prozent zurückgegangen ist, gibt es noch längst keinen Grund zur Entwarnung. Das Ziel der Vereinten Nationen, bis zum Jahr 2030 den weltweiten Hunger abzuschaffen, erreichen wir nur, wenn wir das Tempo deutlich steigern. Das hat auch Bärbel Dieckmann, die Präsidentin der Welthungerhilfe, bei ihrem Besuch in Mannheim betont. 

Auf meine Einladung hin hat sich Bärbel Dieckmann in Mannheim mit Vertreterinnen und Vertretern des Eine-Welt-Forums und Fian International getroffen, die FairTrade-Halle auf dem Maimarkt besucht und am Abend mit Bürgerinnen und Bürgern im vollbesetzten Casino im Capitol diskutiert. Thema des Abends war Landraub, der zu den Hauptursachen des Hungers gehört. Durch den großflächigen Aufkauf und/oder die Pacht von Agrarflächen durch multinationale In-vestoren oder auch der Regierungen vor Ort verlieren viele einheimische Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ihre einzige Lebensgrundlage: ihr Land. Bärbel Dieckmann zu den Folgen: „Sie können ihre Lebensmittel nicht mehr selbst anbauen oder auf Märkten verkaufen, werden aus ihren Heimatorten vertrieben und haben auch kein Geld, sich Essen zu kaufen, da es keine Jobalternativen gibt. Selten haben sie eine Chance, um ihr Land zu kämpfen, auf dem sie oft seit Generationen leben, denn meist gibt es keine verbrieften Nutzungsrechte und Belege, dass das Land ihnen gehört. Und eine angemessene Entschädigung wird ihnen meist verweigert.“
 

 

Land wird als Spekulations- und Investitionsobjekt missbraucht. Nicht selten bereichern sich Großkonzerne und regionale Eliten am Landraub, an Aktiengewinnen und Erträgen des Soja-, Rohrzucker- und Palmölanbaus und Spekulationen mit Lebensmitteln. Tausende geraten dadurch in Not und Elend. Was können Hilfsorganisationen, was kann deutsche Entwicklungspolitik dagegen tun? Die Welthungerhilfe setzt vor allem auf nachhaltig angelegte „Hilfe-zur-Selbsthilfe“-Projekte. „Die Menschen sollen dauerhaft vor Ort leben können, indem man ihnen zu ihrem Recht auf Land, gute Arbeit und existenzsichernden Arbeitslöhnen verhilft“, mahnte Bärbel Dieckmann.  

Als Entwicklungspolitiker nehme ich diesen Ball gerne auf. Nur wenn wir Rechte und rechtsstaatliche Mittel für die Menschen in ihren Heimatländern sichern, verändern sich die Rahmenbedingungen nachhaltig zum Positiven, und nur so lassen sich auch die viel besprochenen Fluchtursachen tatsächlich bekämpfen. Ein wichtiger Beitrag hierzu ist u.a. der Nationale Aktionsplänen über menschenrechtliche Sorgfaltspflichten für die Wirtschaft. Diese müssen die politischen Rahmenbedingungen für international gültige Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards und die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten schaffen. Die Umsetzung muss zudem deutlich strenger als bisher kontrolliert werden; daneben braucht es natürlich auch die entsprechenden politischen Mehrheiten, um Veränderungen durchsetzen zu können. Nicht zuletzt sollten sich Verbraucherinnen und Verbraucher darüber bewusst sein, dass ihre Lebensart und ihr Konsum erheblich zur globalen Ungerechtigkeit beiträgt. Den wenigsten ist bewusst, dass z.B. schon geringste Preisanpassungen sehr positive Wirkungen erzeugen könnten: Wenn das Billig-Shirt statt 4,99 Euro 5,15 Euro kostet, kann sich das hier immer noch jeder leisten – für die Näherin und den Näher z.B. in Bangladesh bedeuten die paar Cent mehr bereits einen überlebenssichernden Arbeitslohn.

In der angeregten Diskussion mit den Besuchern fielen auch kritische Anmerkungen zu Freihandelsabkommen und deren negative Auswirkungen auf Entwicklungsländer. Ich teile diese Auffassungen - es kann nicht sein, dass Abkommen nur uns nützen, den Entwicklungsländern dagegen schaden. Da müssen wir uns nicht wundern, wenn sich Menschen wegen Perspektivenlosigkeit, Hunger und Krieg in ihrer Heimat auf den Weg nach Europa machen.

Es gibt genug Lebensmittel auf der Welt, um alle Menschen zu ernähren. Das Problem liegt einzig in der ungerechten Verteilung. Ich bin mit Bärbel Dieckmann ganz einer Meinung: Es ist unerträglich, dass 80 Familien weltweit so viel besitzen wie die Hälfte der gesamten Menschheit – und zum Großteil keine oder nur geringe Steuern zahlen müssen. Wir müssen in der gesamten Europäischen Union mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es um die Umsetzung einer menschlichen, ökologischen und gerechten Entwicklungspolitik geht.

 

Homepage Stefan Rebmann MdB

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